Informationen für Patienten und Angehörige

In Deutschland erleiden mehr als 200.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall. Oft bleiben danach körperliche Beeinträchtigungen, wie z.B. Lähmungen in Arm und Bein, zurück. Dies bedeutet einen Verlust der Selbstständigkeit und damit einhergehende Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens eines Betroffenen.

Am Institut wird mit Hilfe von verschiedenen Computer-Systemen und Geräten an der Wiederherstellung kognitiver und motorischer Funktionen gearbeitet. In einer aktuell startenden wissenschaftlichen Studie wird untersucht, ob durch Training mit sog. Computer-Maschine-Schnittstellen, in Kombination mit lernorientierter Physiotherapie, eine teilweise Verbesserung der eingeschränkten motorischen Fähigkeiten nach Schlaganfall wiedererlangt werden kann. Durch die (nicht-invasive) Messung von Hirn- und Muskelaktivität (EEG - Electroencephalographie / EMG – Elektromyographie) wird die Planung und Anregung einer Bewegung erkannt. Eine Rückmeldung der entsprechenden Aktivität erfolgt über die Bewegung eines Roboterarms, der an dem gelähmten Arm und der Hand befestigt wird. Dieser unterstützt dann die vorgesehene Bewegung. Die Analyse der Bewegungen sowie die Veränderungen der Hirn- und Muskelaktivität während der Trainingsphase geben Aufschluss über den Grad des Lernens und die daraus resultierende beste Trainingsmethode. Eine geschulte Physiotherapeutin kann zusätzlich die Aktivierung der richtigen Muskulatur wahrnehmen und rückmelden, bevor eine sichtbare Bewegung möglich ist. So wird das zum Lernen notwendige Feedback über die richtige Ansteuerung der Muskulatur und die richtige Planung einer bestimmten Alltagshandlung geübt. Anschließend an dieses individuelle Training mit Hilfe des Roboterarms ist der Patient aufgefordert, durch regelmäßiges Eigentraining im häuslichen Umfeld die an den Geräten erlernten Fähigkeiten beizubehalten und in kleinere Alltagshandlungen (z.B. den Umgang mit einer Zahnpastatube) umzusetzen.

Person mit vielen Elektroden

Teilnahme an der Studie

Um an der Studie teilnehmen zu können, sollten gewisse Einschlusskriterien erfüllt werden, welche Sie im Anschluss zur Selbsteinschätzung finden. Bei bestehendem Interesse erhalten Sie im weiteren Verlauf nach Kontakt mit der Studienassistentin die Patienteninformation über den genauen Ablauf der Studie. Insgesamt sind sechs 2-tägige Untersuchungseinheiten und zwei 10-tägige Therapieblöcke vorgesehen, welche sich über einen Zeitraum von ca. 2-3 Monaten erstrecken. Die Teilnahme an nur 1 Therapieblock ist ebenfalls möglich. Sämtliche Kosten (An- und Abreise, Übernachtung in Tübingen), müssen von den interessierten Patienten selbst getragen werden.

Liste der Einschlusskriterien

  • Gutes Sprachverständnis (das aktive Sprechen kann eingeschränkt sein)
  • Keine gravierenden zusätzlichen Erkrankungen wie z.B. Tumor, schwere Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen
  • Keine Depression
  • Gute Konzentrationsfähigkeit
  • Keine Metallteile (wie z.B. Herzschrittmacher, Metallklammern nach Schädel-OP, künstliche Hüfte, Innenohrimplantat) im Körper und keine Claustrophobie
  • Keine aktive Streckung der Finger auf der gelähmten Seite möglich
  • Das Gehen von 5 Stufen einer Treppe ist möglich
  • Keine gravierende Spastik oder Bewegungseinschränkungen
  • Keine Botoxbehandlung in den letzten 3 Monaten

Pilar Urschitz-Duprat

Studienassistentin

Persönliche Seite

Ich bin von Montag bis Freitag telefonisch von 9 Uhr bis 12.30 Uhr erreichbar unter 07071 29 75564

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